vor einem Jahr hab ich ein Microblog auf Instagram gestartet und dort inzwischen schon über siebzig sehr vermischte Beiträge angesammelt. Weil ich mir parallel dazu immer noch eine zuckerfreie Alternative gewünscht habe, habe ich meine lange verwaiste Internetseite wieder mit einer frischen Dokuwiki-Installation flott gemacht. Hier werde ich nun also alle Beiträge spiegeln – eventuell jeweils mit etwas Verzögerung.
Auch meine Auswahl an Formelsammlungen, die ich noch aus den Tagen von Berufsoberschule und Studium herumtrage, habe ich wieder online gestellt – denn sie hatten sich doch einiger Beliebtheit erfreut. Weiterhin gibt's eine kleine Vorstellung meiner anderen, noch existenten Netzprojekte. Über's Glas habe ich auch etwas verfasst. Mehr Inhalte werden sich mit der Zeit sicher ergeben 🤓
--Herzliche Grüße, Volker
Strecke 46
📅 2026-08-02
🎵 Kraftwerk - Autobahn
⬅ zu Teil 1
Sonntagsausflug „41“, Teil 2
Lange gekannt – nie dort gewesen. Mitten im schönen Saaletal steht ein einsamer Koloss aus Stahlbeton und rotem Sandstein. Als ich vorbei kam, war grad ein Paar dabei, ihn kletternd zu bezwingen. Ein Überbleibsel der Strecke 46, der „längsten Autobahnruine Deutschlands“.
Heute führt die A7 zwischen Hammelburg und Bad Kissingen nordwärts einen Höhenzug der Rhön entlang über Bad Brückenau Richtung Fulda. Gebaut wurde sie nach dem zweiten Weltkrieg … doch die erste Planung verlief weiter westlich. Die Errichtung dieser Trasse wurde begonnen - Schneisen durch den Wald geschlagen, der Fahrbahndamm aufgeschüttet. Und Überführungsbauwerke, die die längste Bauzeit haben, wurden ganz oder in Teilen errichtet. Dazu gehört auch eben dieser einsame Brückenpfeiler im Saaletal.
Nach einem kurzen Abstecher zum Trettstein-Wasserfall, der trotz der gewaltigen Sommerhitze noch einiges Wasser führte, ging's für mich weiter auf die lange Strecke durch den Wald von Gräfendorf Richtung Burgsinn. Mittendrin ein Wanderer-Parkplatz und ein weiterer Streckenpunkt des Baudenkmals „Strecke 46“.
Ein beschilderter Wanderpfad führt dort in den Wald hinein und auf der Trasse entlang. An mehreren Stationen kann man sich eine Brunnenfassung ansehen oder das Fundament eines Bauleiter-Häuschens. Informationstafeln geben jeweils Auskunft. Die Schneise ist längst zugewachsen und nur noch am jüngeren Baumbestand erkennbar, den man auch auf dem Luft- oder Satellitenbild gut ausmachen kann.
Unser heutiges Autobahnnetz ist auf kurze Wege, mäßige Steigungen und hohe Effizienz getrimmt. Auf den Informationstafeln erfährt man hingegen, dass die damalige Streckenführung ihren Schwerpunkt auf landschaftlichen Aspekten hatte. Durch „Autowandern“ sollten die Herrenmenschen die schönsten Stellen des Reiches bestaunen können. Die paranoide Widersprüchlichkeit zwischen dieser Romantik einerseits und der hocheffizienten Menschenvernichtung der Nazis, zwischen Naturverbundenheit und Größenwahn, ist auch an dieser Stelle wieder unfassbar für mich.
Ein Abschluss-Eis gab's dann in Burgsinn. Nächster und letzter Stopp des Tages wäre der Sanitätswachdienst auf der Spessart-Festwoche gewesen, inklusive meinem ganz persönlichen Privat-Feuerwerk. Doch etwas hektisch wurde es dann unerwartet doch noch …
Foto-, Film- und Tonmuseum
📅 2026-08-02
📍 Gemünden, Huttenschloss
🎵 Billy Jones - Yes! We Have No Bananas
Sonntagsausflug „41“, Teil 1
Der Tipp kam vom Kollegen Philipp: ein kleiner Verein betreibt im Gemündener Huttenschloss ein Foto-, Film- und Tonmuseum. Es ist jede Woche mehrfach geöffnet, Details finden sich im Internet.
Das Betrachten des Foto- und Film-Raumes hat mir vor allem Flashbacks beschert. Omas Normalformat-Box-Kamera aus den 30ern, die ihr ihr Vater und Zeiss'ianer geschenkt hat. Papas Minolta XE1-Spiegelreflex.
Ein alter Diaprojektor mit der Anmutung eines Artilleriegeschützes, wie er früher in den Hörsäälen des staatlichen Polytechnikums Coburg gestanden haben könnte. Der ratternde 16 mm-Projektor, der zum Heimat- und Sachkunde-Stunden immer herangeschleppt werden musste, um einen Film der Kreisbildstelle zu schauen.
Mächtig gewaltig auch ein Kinoprojektor, der noch bis 2000 im Lohrer Kino lief … und wenn man genau hinschaut, sieht man, dass der Film falsch herum eingelegt ist: die Tonspur geht auf der falschen Seite des Abtasters vorbei 🤓
Den Ton-Raum musste mir der nette Aufpasser aufschließen … denn da darf angefasst und mitgemacht werden. Ein Salon-Grammophon erreicht völlig unelektrisch eine imposante Lautstärke, die leicht für den Tanzsaal gereicht hat. Eine erste Orgel spielt von einer runden Pappscheibe „Muss i denn zum Städtele hinaus“ … die zweite für den Leierkastenmann auf dem Jahrmarkt dann „Hoch auf dem gelben Waagen“. Der Führer staunt Bauklötze, als ich jeweils textsicher anstimme 😁
Und dann gibt's noch allerhand Radios und Phono-Equipment zu sehen - von einer „Göbbelsschnauze“ über Dampfradio-Super, den Braun-Schneewittchensarg bis zu Transistorradios aus den 80ern.
Nimmt man sich die nötige Zeit, sind die zwei Stunden, die das Museum Sonntags offen hat, nicht zu viel. In anderen Räumen gibt's dort eine Modellbahn-Anlage, die den Gemündener Bahnhof, das Betriebswerk und alle fünf Streckenanschlüsse zum Stand der 1930er zeigt. Hat nur Samstags offen … ich muss da also wieder hin 😇
Mittagessen gab's in der Ratsschenke, einen Franken-Burger: das Patty aus grobem Bratwurstteig, der Dip mit Meerrettich … wirklich raffiniert und mal was anderes 🤤
Zustand nach Wasabi
📅 2026-08-01
📍 Spessart-Festwoche Lohr
🎵 Bachmann Turner Overdrive - You Ain't Seen Nothing Yet
Den ganzen Tag Schicht, am Halligalli-Samstag, der schon mit dem Keiler-Frühschoppen beginnt.
Und was treiben die Sanis? Selbstverstümmelung …
Philipp war der Verursacher
Lukas war der leidtragende
Neue Freunde aus Polen 🚑 (Feature)
📅 2026-07-23
🎵 Urbański Orkiestra - Mój przyjacielu
Kommt 'ne Mail vom Feuerwehrler Joachim: die Lohrer Partnerstadt Milicz in Polen sendet zur Festwoche eine Abnordnung … und die wollen ob der neuen Weltlage was über unsere örtlichen Katastrophenschutzstrukturen und Gefahrenabwehr wissen. Feuerwehr, THW und wir vom BRK sollen was erzählen. Und weil's vormittags sein muss und ich der einzige bin, der von der Arbeit weg kann …
Also erstmal Joachim eingefangen und für die Präsentation den Unterschied zwischen der normalen hauptamtlichen Notfallrettung und den Zweigen des Ehrenamts klar gestellt. Und dann schnell noch eine große Grafik zusammen gestöpselt, wie unsere Einheiten (z.B. Wasserrettung, Behandlung und Patiententransport, Betreuung und Verpflegung …) über den ganzen Landkreis verteilt sind.
Das schien bei meiner begrenzten Redezeit auch das gewesen zu sein, was sie interessiert hat. Dass es bei uns Ehrenamtliche gibt, die das aus Begeisterung und Altruismus ohne Vergütung machen, hat sie schwer begeistert.
Zu den Gästen gehörte unter anderem der stellvertretende Bürgermeister, der örtliche Krisenmanager (eine Rolle, die in ganz Polen eingeführt wurde) und der Feuerwehrhauptmann.
Und weil sie wohl irgendwie einen Narren an mir gefressen haben 😅 haben sie uns Samstag nochmal im Sanitätszelt besucht.
Eine echt sympathische Truppe! 😊
























