Eisen und Glas
📅 2025-08-06
Es gibt so viel zu entdecken, ohne weit zu fahren … und doch nehme ich mir so selten die Zeit dafür.
Samstag war ich Richtung Wertheim unterwegs. Zuerst zum Eisenhammer Hasloch, wo die Wurzeln des Unternehmens Kurtz-Ersa liegen. Die Eigentümerfamilie erhält den Hammer und ein kleines Museum an ihrem Stammwerk. Nachdem ich den Museumsraum betrachtet, einen Blick durchs offene Fenster auf die wasserkraftbetriebenen Schmiedehämmer geworfen und ums Gebäude herum zu den Wasserrädern gelaufen war, stand auf einmal der Schmied vor mir. So kam ich ganz nah an die historische Technik ran - vor lauter Kucken und Fachsimpelei bin ich dann gar nicht dazu gekommen, mehr Fotos zu machen 😅
Fürs Mittagessen hatte ich mir einen Mühlen-Gasthof im Haslochtal ausgesucht - dort war zwar geöffnet, aber alles vollkommen menschenleer. So gab's kurzerhand einen 20-minütigen Fußmarsch von der Straße hinein in den Wald zur Kartause Grünau unterhalb von Schollbrunn. Vom ehemaligen Kloster dort stehen nur noch Mauern und Ruinen. Die Brassband war leider gerade schon am Aufhören … aber der Burger war wirklich hervorragend und das Ambiente ist traumhaft.
Weiter ging's nach Wertheim ins Glasmuseum, wo ich auch schon sehr lange mal hin wollte.
Die Sammlung hat einen Schwerpunkt auf der Wertheimer Glasgeschichte mit den vielen Unternehmern, die sich nach dem 2. Weltkrieg auf der Flucht vor den Sowjets dort niederließen. Sie stellten allerlei technische Glasartikel her - Fasern und Vlies, Thermometer, Laborgeräte und vieles mehr.
Weiterhin wird auch eine Menge Kunstglas gezeigt - von Vasen und Schmuck über Weihnachtsdekoration bis hin zu Briefbeschwerern.
Ein Trip durch die Wertheimer Altstadt und eine leckere Eiskrem-Waffel waren der Abschluss. Zurück ging's gemütlich den Main entlang, wo man sonst nie lang fährt - über Bettingen und Lengfurt nach Marktheidenfeld.
















